Willkommen im Nebel |

Willkommen im Nebel |

Musterbild Sonnenuntergang

© glitzergeschichten

Kaum hatten wir die Grenze überquert, zog der Nebel auf und das bis dahin ziemlich sommerliche Wetter verabschiedete sich. Passend zu all den Schottland-Klischees.

«SUI – SCO 2026» – Du hast den Anfang unserer Reise verpasst?
Hier gehts zum ersten Teil unseres Roadtrips.

Unser Auto stellten wir ausserhalb von Edinburgh bei einem Park-and-Ride ab und fuhren von dort mit dem Zug in die Stadt. Das klappte problemlos. Für unseren Hund mussten wir dabei nicht einmal ein eigenes Ticket lösen.

Edinburgh selbst war cool. Und hier zeigte sich einmal mehr etwas, das uns schon in England positiv aufgefallen war: wie hundefreundlich die Menschen sind. Ständig wurde gefragt, ob unser Hund gestreichelt werden darf, in Läden und Restaurants warteten Leckerlis und beim Vorbeigehen gab es immer wieder einen liebevollen Kommentar. Clever gelöst war, dass fast überall klar angeschrieben ist, ob Hunde willkommen sind oder nicht. Wenn wir doch einmal nachfragen mussten, lautete die Antwort nicht selten: «more than welcome» oder sogar «most preferred customer».

Geflecktes Schweinchen vor grünen Büschen.
Lina und Yari am Strand.
Strand und Fels an der sardischen Ostküste.

Trotzdem würden wir Edinburgh mit Hund nicht empfehlen. Gerade wenn es voll ist, dominieren alte Gemäuer und gepflasterte Strassen. Es gibt wenig Grün und bei schlechtem Wetter ist Shopping in den grossen Shops mit Hund auch keine ideale Option. Wir haben es aufgrund unserer Reisekonstellation so gemacht, würden uns für einen klassischen Städtetrip aber anders entscheiden.

Eine Entdeckung aus Edinburgh würden wir hingegen jederzeit weiterempfehlen: The King's Wark. Wir haben richtig lecker gegessen und mochten die entspannte Atmosphäre.

Roadtripping durch England

Nach drei Tagen City ging es für uns ab aufs Land. Über eine Plattform, die Ferienunterkünfte für Reisen mit Hund vermittelt, fanden wir die Lakeview Cottages oberhalb des Lake of Menteith. Und damit unser Zuhause für die kommende Woche.

Laura und Ronny wohnen selbst auf dem Anwesen, gemeinsam mit ihrem Golden Retriever, und vermieten dort mehrere Cottages, die Ronny selbst umgebaut und renoviert hat. Der Blick über die Landschaft und den Lake of Menteith war schon für sich beeindruckend, und dank der herzlichen Gastfreundschaft fühlten wir uns vom ersten Moment an wohl.

Wir wohnten in The Mews, das für eine Woche Ferien ein richtig toller Ort war. Hätten wir freie Wahl gehabt, wären wir allerdings in der Gamekeepers Lodge oder The Old Barn gelandet. Die beiden waren für unseren Reisezeitraum leider schon ausgebucht.

Der blaue Land Rover steht am Camping Spot an der sardischen Westküste.
Ein Bergdorf mit alten Fabrikgebäuden und einer stillgelegten Bahn, umgeben von grünen Hügeln und Bäumen, unter einem blauen Himmel.
Lina streift durch die sardische Landschaft.
Yari liegt unter dem Land Rover im Schatten.

Von Laura und Ronny bekamen wir jede Menge Tipps für die Umgebung, von denen wir so einige ausprobierten. Direkt von den Cottages aus machten wir uns beispielsweise auf zu einer Wanderung zum Loch Robin. Am kleinen See angekommen, wurden wir von zwei Fischern zwar etwas schräg angeschaut, ansonsten war die Wanderung aber richtig schön. Nur den Versuch, daraus einen Rundweg zu machen, würden wir nicht unbedingt wiederholen: Wir haben uns auf dem Rückweg minim verirrt. Wer ungefähr zwei Stunden unterwegs sein möchte, kehrt deshalb am besten nach dem See wieder um.

Auch rund ums Cottage gab es einiges zu beobachten. Ein Fasanenpärchen schaute regelmässig vorbei und für gemütliche Abende zu Hause war das Cottage bestens ausgestattet, inklusive Grill. In Aberfoyle entdeckten wir auf Empfehlung eine Metzgerei und deckten uns mit Rib-Eye-Steaks ein. Diese wanderten am Abend direkt auf den Grill.

Sowohl Aberfoyle als auch Callander würden wir für einen kleinen Ausflug empfehlen. Beide haben hübsche kleine Läden und Cafés, und Aberfoyle ausserdem einen Parkplatz mit einer grossen Wiese und Picknickbänken, auf der man eine Pause einlegen kann.

Land Rover offroadet in Sardiniens Hinterland.

Rund 20 Minuten vom Cottage entfernt liegt Drymen, wo mit The Clachan Inn das älteste lizenzierte Pub Schottlands steht. Natürlich mussten wir genau diesem einen Besuch abstatten. Wir haben lecker gegessen, Fussball geschaut und einmal mehr festgestellt, wie herzlich die Menschen hier sind. Am Nebentisch sassen zwei Frauen, die ebenfalls das Spiel verfolgten und dabei seelenruhig strickten. Sehr schottisch, gemütlich und ziemlich unterhaltsam.

Ebenfalls entdeckt haben wir NICK’S, das Restaurant des schottischen Starkochs Nick Nairn, direkt am Lake of Menteith. Im beheizten Aussenbereich sind auch Hunde willkommen und mit gemütlichen Decken, kleinen Lämpchen und jeder Menge liebevoller Details ergibt sich eine heimelige Atmosphäre.

Kein Wunder, stimmt auch hier das Design: Auf dem Gelände lebt nämlich nicht nur Nick Nairn seine Leidenschaft aus. Seine Frau Julia führt mit Home by Julia Nairn ihren eigenen Interior-Shop, an dem man kaum vorbeikommt, ohne etwas zu pösterlen.

In unserer Ferienwohnung haben wir indes auch viel selbst gekocht. Wir genossen es, keine Termine zu haben, spielten Scrabble, liessen unseren Blick über den Lake of Menteith schweifen und machten zwischendurch auch einfach mal gar nichts.

Aus einer spontanen Idee wurde dann kurzerhand Realität: Wir verfrachteten die Matratze unseres Bettes nach oben ins Wohnzimmer. So spielte sich alles gemütlich auf einer Ebene ab, wir konnten uns auch tagsüber mal hinlegen und nachts mit Blick in den Sternenhimmel einschlafen.

Wie es dazu kam und wie unser kleines Matratzenlager am Ende aussah, seht ihr in diesem Reel.

«Schottland – Schweiz» – Zurück in Richtung Süden!
Hier gehts zum dritten Teil unserer Reise.

Unsere hundefreundlichen
Sardinien-Reise-Spots auf Google Maps.

Erschienen am 23. Oktober 2026