s Superflugzüg (1) |

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Foto von Annie Spratt auf Unsplash | Illu: glitzergeschichten

Näbe de ville grüene Wälder und de wiite Felder, gitts i de Schwiiz ganz vill grossi, mächtigi Berge. Im Winter sind die Berge vo ere wiise Schneedecki überzogeund ganz vill Lüüt chömmed vo überall her …

» go Skifahre und Schlittle, Langlaufe und Spaziere, mached Schneeengel und Schneeballschlachte, fanged die schöne, grosse, vom Himmel abgeheiende, glitzrige Schneeflocke mit de Zunge, oder gnüssed d Sonnestrahle uf eme Rivella-Ligistuehl näb eim vo dene Holzhüüsli, wo i de Landschaft stönd und trinked en heissi Schoggi.

Aber es gitt ganz vill Land und Egge i de Berge, wo sich, im Sommer wie im Winter, einsam und ruhig i de gwaltige Natur präsentiered. Die Fläcke Land hend fast scho öpis mystisches.

Und was villi ned wüssed isch, dass nebe de Mensche und de Tierli, i de Berge no es anders Volk i de Natur lebt.

Si sind munzig chli, gsehnd eus Mensche sehr ähnlich und chönntet sichs problemlos uf ere Handflächi vo eus bequem mache und det schön gmüetlich ligge und schlofe.

Die lustige chline Gstalte heissed Lavas und lebed s ganze Johr über i de Natur, uf genau dene abglägnige Fläcke Land i de Berge, under Blätter, Felse und Bäum. I chliine Höhle oder eme us Äst baute Hüttli.

Lavas sind meistens fröhlich, es bizzeli frech und sehr, sehr abentürlustig.

Si liebets, z chlättere, z buddle oder öpis lustigs z boue.

Gömmer doch emol go luege, was d Lavas hüt eso astelled.

Es rumplet i de Riva ihrem Hüttli. De Levi hockt uf em Tisch und beguetachtet d Arbet vo sinere beste Fründin misstrauisch. Sie schleppt Schruube, Metallteili und Muettere umenand. Staplet Leder, Stoff und Holz uf e grossi Biigi.

«Riva, was machsch du genau?»
D Riva haltet inne. «Es Flügzüüg boue! Gseht mer das ned?»
De Levi zuckt mit de Schultere. «Nei?»

Wo au immer sie all die Sache her hett, cha sich de Levi ned erkläre, aber d Riva hett wohrschindlich scho ihri Mittel und Weg, zum a Rohmaterial für es Flugzüg cho.

Es schepperet und en Turm us Metallteili flügt um und begrabt d Riva fast under sich. Gnervt verdreiht sie d Auge.

Bis jetzt laufts nonig so, wie sie sich das vorgstellt hett.

De Levi gumpet vom Tisch. «Riva, pass uuf!»

Fuchstüüfelswild gumpet d Riva, wo vom Metallteilisturz umgfloge isch, uuf und remplet de Levi ah: «Natürlich pass ich uuf, aber anstatt uf mim Tisch hocke, chönntisch mer au helfe bim Flugzügboue! Ich bruche schliesslich no en Co-Pilot.»

Bizz iigschüchteret lächlet de Levi sini Fründin ah. «Natürlich hilf ich dir. Du muesch mer eifach sege, was ich muess mache, will ich han kei Ahnig, wie mer es Flugzüg bout.»

Nach eme Momentli hett sich d Riva wider beruhigt.
Sie schnuuft no es letschts mol tüüf dure, denn rollt sie die grossi Papierrolle uus, wo bis jetzt nebe de Ständerlampe gstande isch und uf ihre Iisatz gwartet hett.

Fast die ganz Stube isch vo de Riva ihrem Bouplan bedeckt.
De Levi lüpft e Augebraue. «Gseht kompliziert uus.»
D Riva schnaubt. «Findi au.»

De riisigi, mit villne Zeichnige, Buechstabe und Zahle übersähti Plan würkt iischüchternd uf die beide chliine Lavas.
«Seg mol, Riva, vo wo hesch du eigentlich de Plan?»
D Riva zieht e Grimasse. «Ähmmm…»
«Jetzt bini aber gspannt, chum segs!»

«Aso eigentlich hani de mol neume stibitzt.»

De Levi lachet. «Was, du hesch de stibizt?»
«Jo.», seit d Riva verläge. «Ich ha ned anderst chönne.»
«Das tönt spannend. Verzell mer die Gschicht.»

Und so verzellt d Riva am Levi devo, dass sie mol zäme mit ihrem Lieblingseseli am Tiano es Uusflügli gmacht hett, is Dorf wo d Lüüt wohned. Und das es det es Flugzüügmuseum gha hett. D Riva isch ganz fasziniert gsii vo all dene Sache, wo sie durs Fenster dure erspienzlet hett.

I de Uuslag isch de Plan gläge und d Riva hett ned anderst chönne, als ihn unvermittlet azstarre. Vo dem Moment ah, hett sie es Flugzüg welle boue. Es richtigs, ned so es lahms Papierflugzüg, mit dem sie öppedie ihri Rundene dreiht.

Wie genau sie ah de Plan cho isch, das bliibt am Levi allerdings es Rätsel.

Er weiss nume, dass de Tiano en wichtigi Rolle debi gspilt hett. – Was sehr speziell isch, will wie um himmelswille will en Esel unbemerkt ines Museum inecho?

Usserdem fallt am Levi no en anderi Ungreimtheit uuf. «Wie bisch du überhaupt unbemerkt us eusere Gmeinschaft verschwunde? Ich ha gmeint, mir gänd immer Acht ufenand und eigentlich isch es eher verbote, eifach so under Lüüt z goh, ohni öperem öpis sege.»

D Riva wird chli rot im Gsicht.
«De Tiano isch jo debii gsii!»
«De Tiano isch en Esel!»
«Ja und? Er cha au wunderbar uf mich uufpasse.»
De Levi macht schnell en Purzelbaum uf em Flugzügbouplan und zuckt den mit de Schultere. «Das stimmt.»

D Riva lächlet ihn a.
«Aber, wie du unbemerkt hesch chönne verschwinde, das verstohni immer nonig.»
Verläge spilt d Riva mit ehre umekullernde Muettere.

«Also… Weisch no, a dem Tag wo du verschwunde bisch?» – «Klar.»

«Alli hend sich grossi Sorge um dich gmacht und darum en Versammlig iiberuefe. Alli Lavas sind inere lange Schlange gstande. Ich bin die ersti gsii.» D Riva macht e chlini Pause.
«Und denn?»
«Denn isch niemert ume gsii, wo mis Verschwinde hett chönne bemerke.»

De Levi foht luut ah Lache. Er hett en richtige Lachafall.

«Also willsch du mir sege, dass, wo sich euses ganze Dorf Sorge um mis Verschwinde gmacht hett, du au no grad verschwunde bisch und zwar unbemerkt?»
Fast unmerkbar nickt d Riva und de Levi lachet und lachet. Er lachet so fest, dass er uf em Flugzügplan umechugelet und sich de Buuch muess hebe.

Am Afang verstohts d Riva ned ganz, aber irgendwenn, lachet sie mit.

Die zwoi chline Lavas lached so lang, bis sie ganz erschöpft uf em Flugzügplan ligge bliibed. Hüt bliibt wohl kei Chraft me, zum es Flugzüüg boue, aber morn isch jo au wider en Tag.

Guet Nacht liebi Chinde.

Erschienen am 21. Februar 2020