Mehlstaub & Guetzliglitzer |
Mehlstaub & Guetzliglitzer |
Foto von Annie Spratt auf Unsplash | Illu: glitzergeschichten
Näbe de ville grüene Wälder und de wiite Felder, gitts i de Schwiiz ganz vill grossi, mächtigi Berge. Im Winter sind die Berge vo ere wiise Schneedecki überzogeund ganz vill Lüüt chömmed vo überall her …
» go Skifahre und Schlittle, Langlaufe und Spaziere, mached Schneeengel und Schneeballschlachte, fanged die schöne, grosse, vom Himmel abgeheiende, glitzrige Schneeflocke mit de Zunge, oder gnüssed d Sonnestrahle uf eme Rivella-Ligistuehl näb eim vo dene Holzhüüsli, wo i de Landschaft stönd und trinked en heissi Schoggi.
Aber es gitt ganz vill Land und Egge i de Berge, wo sich, im Sommer wie im Winter, einsam und ruhig i de gwaltige Natur präsentiered. Die Fläcke Land hend fast scho öpis mystisches.
Und was villi ned wüssed isch, dass nebe de Mensche und de Tierli, i de Berge no es anders Volk i de Natur lebt.
Si sind munzig chli, gsehnd eus Mensche sehr ähnlich und chönntet sichs problemlos uf ere Handflächi vo eus bequem mache und det schön gmüetlich ligge und schlofe.
Die lustige chline Gstalte heissed Lavas und lebed s ganze Johr über i de Natur, uf genau dene abglägnige Fläcke Land i de Berge, under Blätter, Felse und Bäum. I chliine Höhle oder eme us Äst baute Hüttli.
Lavas sind meistens fröhlich, es bizzeli frech und sehr, sehr abentürlustig.
Si liebets, z chlättere, z buddle oder öpis lustigs z boue.
Und hüt hend d Riva und de Levi, wo mir jo scho bestens kenned, en gmeinsami Mission.
Dusse schneits und stürmts und es gseht us, als hätti öpper en dicki Schicht Zuckerguss über s ganze Land zoge und am Levi und de Riva isch unsäglich langwilig.
Sie chönd ned use, will sie süst devo gwindet werdet und bi de Riva ihrem Grosspapi dihei, wo sie sich grad befindet, wüssets nümm, was mache. – Sie hend scho sämtlichi Spili ufe und abe gspilt, sich gegesitig Rätsel gstellt, de Riva ihrem Grosspapi, am Grosspi, Ziitigläse-Stop biibrocht und zeichnet.
Jo, zeichnet hends au scho alles, wos uf dere Welt z zeichne gitt.
Darum chläbet die beide chliine Lavas unglücklich am Fenster und beobachtet die grosse Schneeflocke, wo i de Landschaft umejaged. Wie gern würdet sie jetzt det usse go Schliifschüehndle oder uf de Schneeflocke go Windsurfe, aber sie döfed jo ned!
Nachdem de Riva und am Levi au s Fensterahuuche und ihri Näme driischriibe verleidet isch, chunnt de Grosspi it Stube und meint: «Was haltet ihr devo? Wenn mir zäme Guetzli bached?»
Ein Moment isch es muxmüüslistill, denn breched die beide Lavachinde i schallendi Jubelschrei uus. «Joooooooooo! Guuuuuetzli bache!!!»
Die drüü munzig chliine Lavas mached sich uf de Weg it Chuchi und während de Grosspi s Guetzlirezäptbuech füre suecht, mached de Levi und d Riva alles parat.
Sie riissed s Mehl und de Zucker us em Chuchischrank, sueched verschiedeni Nüss und Guetzlidekoration zäme und leeret de halb Chüelschrank, will sie denked, mer cha das sicher alles bruuche, für zum Bache.
Wo de Grosspi s Buech gfunde hett, dreiht er sich um und ihm stockt churz de Atem. De ganzi Tisch isch vollgstellt mit allne mögliche Sache.
Die beide Chinde hend zu dem no je en Teigschüssle uf em Chopf und d Riva jongliert mit drü Zitrone.
«Ehmmm... Wie vill Guetzli hend ihr im Sinn, z bache?», will de Grosspi wüsse.
D Riva zuckt mit de Schultere. «Foifhundert?»
De Levi dopplet noche: «Oder drütuusig?»
De Grosspi schüttlet lachend de Chopf. «Gohts no? Ihr chönd euch jetzt drü verschideni Rezept ussueche und die bache mer denn. Und das werdet sicher ned foifhundert und scho gar ned drütuusig.»
«Oh maaan, okeee!», jommeret die zwoi Chinde.
Denn mached sie sich as Uussueche und churz drufabe wird richtig krampfet im Grosspi sinere Chuchi: Es wird Mehl gstreut und Zucker abgwögt. Es werdet Eier ver- und uufgschlage. De Grosspi schmilzt Butter und Schoggi, während de Levi Zitrone uuspresst und d Riva heimlich de Löffel mit de gschmolzne Schoggi dra abschläckt.
D Lavas mixet, chnätted und walled uus. Fast vergässed sie, de Ofe iiheize, aber zum guete Glück chunnt da am Grosspi no in Sinn.
Nach ere halbe Ewigkeit hend sie foif Bläch voll Guetzli, Mehl i de Hoor, Konfi a de Bagge und Schoggi a de Finger.
Und mysteriöserwiis all drü en volle Buuch.
Die erst Schwetti chan bereits in Ofe wandere und jetzt freued sich d Riva und de Levi, uf es uusdehnts Schlöfli uf em Sofa, das Bache isch drum furchtbar asträngend gsii.
Sie wend sich scho devostähle, do packt de Grosspi die beide ah ihrne rote Mütze. «Hiergeblieben ihr zwoi Frechdachse. Wer cha bache, cha au d Chuchi uufruume. Und das isch, wenn ich mich do so umeluege, bitter nötig!»
Vorsichtig blinzlet die beide i de Chuchi umenand. Es gseht uus, als hetti en Mehlbombe iigschlage.
«Ehmmm... Grosspapi. Weisch, mir sind furchtbar müed und ...», versuechts d Riva mit ere Uusred, aber de Grosspi fallt ihre is Wort: «Papperlapapp!»
D Riva ahnt Böses, aber de Grosspi macht ihre es Agebot: «Wie wers, wenn mer, wenn s erste Guetzlibläch dure isch, all drü es Schlöfli i de Stube mached, und nochher gmeinsam uufrumed?»
De Levi und d Riva lueget sich ah und rolled mit de Auge. «Ok, deeenn halt!»
Eso macheds sich d Lavas es paar Minute spöter bequem uf em Sofa, im Sessel oder uf em Stubeteppich und döset all nullkommaplötzlich iih.
Sie gsehnd immer no uus, als wered sie ine Teigschüssle gumpet, aber das chönd sie jo nochher no behebe, wenn sie d Chuchi putzed.
Oder besser gseit renovieret.
Mir hoffet eifach, dass s Grossmi i dere Ziit ned heichunnt, will wenn sie di drü Guetzligspänster i de Stube gseht schlummere, und d Chuchi im absolute Uusnahmezuestand vorfindet, bechunnt sie womögli no es Herzchriesi.
Drum hoffe mer s Beste und wünsched de Riva, am Levi und am Grosspi en gueti Nacht.
Erschienen am 23. Dezember 2019