De gheimi Ort im Wald |
De gheimi Ort im Wald |
Foto von Stanislav Kondratiev auf Unsplash | Illu: glitzergeschichten
Näbe de ville grüene Wälder und de wiite Felder, gitts i de Schwiiz ganz vill grossi, mächtigi Berge. Im Früehlig liit det sogar immerno Schnee a gwüssne Ort, aber a anderne spriessed defür Blüemli und Gräser und d Natur, d Tierli und d Mensche erwached us ihrem Winterschlof.
Bi de munzig chline Lavas und ihrem einsame Fläcke Natur i de Berglandschaft stoht hüt alles Chopf. Jedes Hüttli und jedi Lava-Höhli hett hüt am Morge en mysteriöse Brief vor de Türe ligge gha.
Uf dem Brief stoht: Heute, wenn die Sonne keine Schatten mehr wirft, Treffpunkt beim Fuchsbau. Mitbringen: Freude. Nette Grüsse L
Uiuiui. Alli Lavas, sind richtig uufgregt. Was het de Brief z bedüte? Wer isch de Absender? Und: Wenn isch endlich Ziit für de Treffpunkt?
Usserdem isch einige Dorfbewohner bim chribblige Tratsche uufgfalle, dass de Levi wiedermol niened uufzfinde isch, aber das isch jo fast scho normal.
Ab em halbi drü treffed die einzelne Dorfbewohner vor em Fuchsbau ii. Es werdet immer meh und schliesslich, am Punkt drü sind alli det und wartet geduldig.
Alli, ussert de Levi.
«Das chan doch jetzt ned sii!», wätteret am Levi sin Grosspapi und langt sich ad Stirn. Am Levi sini Cousine zuckt scho mol s bruune alte Buech, zum sich Notize mache, wenn sich alli Lavas ufd Suechi nach ihm mached.
Aber das isch gar ned nötig, will plötzlich wirds muxmüüslistill. Alli Blick wanderet zum Iigang vom Fuchsbau, wo stolz und elegant en Füchsin erschiint.
Irgendwo her, trompetet öper. Fast, als würdi mer die Füchsin welle akünde.
«Mini liebe Lavas!», ghört mer uf einisch e Stimm vom Himmel obe abe.
«Das isch doch de Levi!», stellt d Tante Marly fest.
Di munzig chlini Silhouette vom Levi erschiint uf em Chopf vo de Füchsin.
«Ich hen en Überraschig für euch! Folged mir und de Mona.»
Gmurmel wird luut, während sich d Mona in Bewegig setzt und ihre d Lavas schön brav, folged: Verbii am Fuchsbau, under eme umgstürzte Baum dure, über en Hügel us Blätter, bis sie, noh dis noh, ned chönd glaube, was sie grad uf dere Liechtig im Wald entdeckt hend.
Erst wo alli Lavas uf em Blätterhügel sind, redet de Levi wiiter:
«So mini Fründe. Das isch mini Überraschig für euch: En Abentürspielplatz!»
Es tönt echli wie inere Zeremonie. Aber uf die Akündigung abe ghört mer nur es kollektivs Iischnuufe. Denn Stilli … «Waaas?», froged die eine ungläubig. «Wie hett er das nur gschafft?», die andere. Stolz wächslet de Levi en Blick mit de Mona. Sie lächlet sich ah.
De Ablick wo sich de Lavas büütet, isch einzigartig. Uf de versteckte Liechtig im Wald, hett sich einiges toh i de letschte Täg.
Wo vorher nur so langwiligi Blätter, Moos und Äst z finde gsii sind, präsentiered sich jetzt:
Es Trampolin us alte Liintüecher, es Chlättergrüst us ebe dene Äst und Stäcke, e Rutschbahn us ere alte Dose, en winzige Trampelpfad us Stei und e Burg us Kochtöpf.
Das näbe villne andere Sache, wie eme chline Karussell, wo mit funkelnde Lichetli dekoriert isch, eme Spinnenetz us alte Wollfäde oder Schaukle us Schnur und eme Brett.
S Lavavolk chunnt nümm us em Stuune use.
«Wow, Levi. Hesch du das alles ganz allei baue?»
Zfride lächlet de Levi. «Nenei. D Mona und de Tiano hend mer gholfe. Min Lieblingsfuchs und mis Lieblingseseli.»
Alli sind begeisteret über ihres chliine Wunderland.
«Döfe mer de Abentürspielplatz uusprobiere?», froget am Levi sini Cousine.
«Aber natürlich.»
Alli freued sich sie wild, aber niemerd macht en Wank.
«Achtung, fertig, los!», rüeft de Levi denn und plötzlich gohts ganz schnell und alli Lavas verteiled sich uf em Abentürspielplatz.
Was für e glungeni Überraschig.
Erschienen am 14. Mai 2020