Am Levi sis Aben |

Am Levi sis Aben |

Foto von Svitlana Pukhka auf Unsplash| Illu: glitzergeschichten

Näbe de ville grüene Wälder und de wiite Felder, gitts i de Schwiiz ganz vill grossi, mächtigi Berge. Im Winter sind die Berge vo ere wiise Schneedecki überzogeund ganz vill Lüüt chömmed vo überall her …

ZU ALLNE GSCHICHTLI

Im letschte Gschichtli isch des Lava Levi verschwunde und am Oobig ganz überraschend wider uuftaucht. Sini Gspändli hend sich grossi Sorge um ihn gmacht, und darum wend sie jetzt unbedingt wüsse, was de Levi, de Frechdachs, i de Ziit wo er verschwunde isch, eso tribe hett. Wänd ihrs au wüsse?

Jo? Also, sind gspannt und spitzed eui Ohre.

Am Oobig vor em Levi sim Verschwinde, isch er mit sinere guete Fründin Riva uf gfaltete Papierflüger dur d Nacht gsäglet. Sie hend probiert, de Vollmond z berüehre, aber es hett eifach ned welle funktioniere. Trotzdem hend sies lustig gha und die ganzi Ziit gigelet.

Wo de chalti Wind immer stärker worde isch, hend sich de Levi und d Riva uf de Heiweg gmacht. Sie hend guet müesse uufpasse, dass sie ned devogwindet werdet, aber au das hend sie superlustig gfunde.


D Riva isch zerst diheime gsii.

Sie hett sich vom Levi mit eme chline Salto verabschidet und isch schnell is Hütttli vo ihrere Familie verschwunde.

I dem Moment hetts agfange schneie. Grossi, weichi Schneeflocke sind vom Himmel abegheit und de Levi hett sich en Spass drus gmacht, ihne mittels Zick-Zack-Hopse uuszweiche, und im weiche Schnee umenand z hüpfe. – Uf einisch aber, isch de Levi wie agosse stohblube.

Bi dem Baumstrunk hinde nebe de grosse Tanne, hinder ganz villne herabfallende Schneeflocke, isch öpis seeleruhig gsässe und hett uufmerksam die dunkli Nacht beobachtet.

Hocherfreut isch de Levi uf de Baumstrunk zuegrennt. Will de Levi so chlii isch, isch das leider es Momentli gange. Und bis er entdeckt worde isch, hett er trotz wild fuchtelnde Ärmli au no echli müesse warte. Denn aber, hett sich de orangigi Fuchs erhebt und isch am Levi mit langsame Schrittli es Stuck entgege gloffe.

Zmitzt uf em offene Feld sind die beide ufenand troffe. S Füchsli hett de Levi mit sinere Nase agstupst. Er isch fast hinde use gheit. De Wind isch ihm um d Ohre braust.

«Mona, Mona. Mooonaaa!», hett sich de Levi gfreut, während er de orange Füchsin um d Schnauze gfalle isch.

«Mona, wemmer zeme es Abtentür erlebe? Jetzt zmitzt i de Nacht? Das wer jo mega cool!»
D Mona hett de Chopf schief gleit und überleit. «Isch es ned echli spoht für dich, chline Lava?»

Uufgregt hett de Levi de Chopf gschüttlet, während er sich mit beidne Händ sini Chappe festghebt hett, damit sie ned devo windet. «Nei! Überhaupt ned. Im Gegeteil. Ich chan sowieso nie schlofe und ich han scho so lang nüt me mit dir undernoh, liebi Mona.»

«Jo denn, du liebs Lava-Chind. Stiig uuf.»
D Mona isch abgläge, damit sich de Levi a ihrem Fell entlang hett chönne uf ihre Rugge ufekräsmet.
«Juhuuuu!», hett de Levi glücklich gjauchzt.
«Bisch sicher obe ahcho?»
«Aber klar doch!»
D Mona hett ihre Chopf zum Levi dreiht. «Aber Levi, tue di guet hebe.»
De Levi hett sini Finger i de Mona ihrem Fähli vergrabet und sich fest klammeret. «Aye, Aye, Caiptanin!»

Und so sind d Mona und de Levi dur d Nacht gstriche. Sie sind dur de Tannewald gallopiert, während d Mona de Wurzle und de Levi de id Landschaft ragende Äst uusgwiche isch.

Sie sind uf em gfroorene Bergsee go Schlittschueh laufe und zerst vorsichtig, denn übermüetig, übers gfrorene Wasser gschliferet.

Die zwoi Abentürer hend Fuessspure im Schnee verfolgt und sind en Fründ vo de Mona i sim Fuchsbau go bsueche.

De Levi hett sich vo Ast zu Ast ghanglet und de Schnee vo de Äst zum abegheie brocht, während d Mona unde probiert hett, ned under em herabfallende Schnee vergrabe z werde.
De chliini Lava hett Purzelbäum uf de Mona ihrem Rugge gmacht und einisch hett d Mona zum Spass so abrupt brämset, dass de Levi i hochem Boge devogfloge isch. Deno hett sie ihn müesse im tüüfe Schnee go sueche und, nach dem sie ihn gfunde hett, uusbuddle.

Am Schluss hend sie e langi Wanderig undernoh und irgendwenn, hett sich de Himmel orange gfärbt und es isch langsam hell worde.

De Levi isch begeisteret gsii: «Wow, Mona, lueg emol, die schöni Uussicht! Die hohe Bergspitze, verchleidet mit dem schöne chalte Schnee, die Farbe und …» – ihm isch d Luft weg blube, während sini Äugli de organgigi Himmel reflektiert und erfreut glänzet hend.

D Mona isch zmitzt im Neuschnee stoh blube und hett de Uusblick ebefalls uf sich würke loh. «Jo Levi, mir wohnet halt scho amene schöne Ort. Aber jetzt heissts für eus langsam umchehre. Mer hend en lange Heiweg vor eus und ich be mer fast sicher, dass dini Lavafamilie dich scho schmerzlichst vermisst, diheime.»
«Och menno! Aber ich glaube du hesch recht. Mir chönd jo bald widermol zäme es Abentür erlebe, was meinsch denn dodezue?»
«Das isch super und jetzt guet festhebe!» – Während d Mona losgsprunge isch, isch am Levi mol wider de Wind um d Ohre brauset.

Glücklich hett er s a ihm verbi ziehende Bergpanorama gnosse.

De Heiweg hett sich zoge, zumals steil de Berg ufe gange isch und de neu gfalleni Schnee, de Mona s vorwärtscho richlich schwer gmacht hett. Am spote Nomitag allerding, sind die beidi im Levi sim Heimatdörfli ahcho.

Und det uf e gspässigi Verastlatig troffe: Under de drü grosse Stei und no wiit hinde use sind ganz vill Lavas nervös inere Schlange gstande.
«Uii, was isch denn do los?», hett de Levi welle wüsse, während er frogend mit sim Zeigefinger a sini Nasespitze tippt hett.
De Mona ihri Schritt sind langsamer worde. «Kei Ahnig. Am beste gohsch grad emol go luege.»
«Dasch e gueti Idee. Ich stoh mol hinde a dere Schlange ah, denn erfahris villich au no, bevor d Sunne wider undergoht.»

De Levi isch vo de Mona ihrem Rugge gumpet und hett sich no es letschts mol a de Mona ihri Schauze kuschelet. Sie hett ihm ebefalls en letschte Stupser geh und isch denn devo tapst, zrugg in Wald.

Munter hett de Levi sini Chappe grichtet und isch geduldig hinde a die langi Schlange ahgstande.

Und das wo denn passiert isch, liebi Chinde, das isch jo bereits Gschicht.

» go Skifahre und Schlittle, Langlaufe und Spaziere, mached Schneeengel und Schneeballschlachte, fanged die schöne, grosse, vom Himmel abgeheiende, glitzrige Schneeflocke mit de Zunge, oder gnüssed d Sonnestrahle uf eme Rivella-Ligistuehl näb eim vo dene Holzhüüsli, wo i de Landschaft stönd und trinked en heissi Schoggi.

Aber es gitt ganz vill Land und Egge i de Berge, wo sich, im Sommer wie im Winter, einsam und ruhig i de gwaltige Natur präsentiered. Die Fläcke Land hend fast scho öpis mystisches.

Und was villi ned wüssed isch, dass nebe de Mensche und de Tierli, i de Berge no es anders Volk i de Natur lebt.

Si sind munzig chli, gsehnd eus Mensche sehr ähnlich und chönntet sichs problemlos uf ere Handflächi vo eus bequem mache und det schön gmüetlich ligge und schlofe.

Die lustige chline Gstalte heissed Lavas und lebed s ganze Johr über i de Natur, uf genau dene abglägnige Fläcke Land i de Berge, under Blätter, Felse und Bäum. I chliine Höhle oder eme us Äst baute Hüttli.

Lavas sind meistens fröhlich, es bizzeli frech und sehr, sehr abentürlustig.

Si liebets, z chlättere, z buddle oder öpis lustigs z boue.

Erschienen am 15. März 2019